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Leistungen

Litigation Communications

Fast fünfzig Prozent der heimischen Unternehmen waren schon mindestens einmal mit rechtlichen Auseinandersetzungen konfrontiert, die in der Öffentlichkeit für Aufsehen sorgten bzw. öffentlich diskutiert wurden. In den letzten Jahren wurden immer mehr Zivilrechts- und Strafverfahren aktiv von Journalisten mitverfolgt und kommentiert. Die Justiz hat inzwischen gelernt, mit der medialen Aufmerksamkeit bis hin zu medialem Druck umzugehen, Unternehmen müssen sich gezielt darauf vorbereiten. Denn in der öffentlichen Wahrnehmung zählen nicht nur die von den Juristen dargebrachten und für Außenstehende durchaus komplexen Sachverhalte und Fakten, sondern es geht auch um Stimmungen, die während eines Prozesses entstehen. In der Öffentlichkeit gilt oft schon jemand als schuldig, noch bevor das Gericht sein Urteil gesprochen hat. Einer medialen Vorverurteilung kann durch professionelle Litigation Communications entgegengewirkt werden. Wir unterstützen Unternehmen durch professionelle Öffentlichkeitsarbeit vor, während und nach juristischen Auseinandersetzungen, jeweils in enger Abstimmung mit dem Beraterteam bestehend aus Juristen, Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern usw.

Fünf Thesen zum Einsatz von Litigation Communications

Art. 6 der Europäischen Menschenrechtskonvention enthält das Recht auf ein faires Verfahren, im Abs. 2 dieses Artikels ist das Recht auf die Unschuldsvermutung festgehalten. Das bedeutet, dass jede angeklagte Person so lange als unschuldig zu gelten hat, bis ihre Schuld auf einem gesetzlichen Weg bewiesen ist. Dies gilt nicht nur für die rechtliche Auseinandersetzung selbst, sondern auch für die Darstellung in den Medien. Vorverurteilungen oder „gefärbte“ Berichte von Ereignissen und deren Auswirkungen können einzelnen Personen und Unternehmen im Zuge eines Verfahrens enorm schaden. Bei einer kommunikativen Prozessbegleitung sollte nichts dem Zufall überlassen werden. Gerüchten, Mutmaßungen oder anderen vorschnell gefassten öffentlichen Meinungen muss mit rascher, professioneller und fokussierter Kommunikation entgegengetreten werden.

Um die Reputation einer Person oder eines Unternehmens zu schützen, bedarf es bei rechtlichen Auseinandersetzungen in jedem Fall einer gemeinsamen Prozess- und Kommunikationsstrategie. Betroffene (oftmals die Führungsebene eines Unternehmens), Anwälte und Kommunikationsverantwortliche müssen mit einer Sprache sprechen und an einem Strang ziehen. Vor Gericht und in der Kommunikation nach außen, etwa mit Medien, gelten zwar unterschiedliche Regeln, aber gerade bei öffentlichkeitswirksamen Verfahren ist es wichtig, auf alle Gesetzmäßigkeiten gleichermaßen Rücksicht zu nehmen. Dabei sollten Staatsanwälte oder Gutachter in keiner Weise als Gegner angesehen oder dargestellt werden. Die Gegner heißen vielmehr Polarisierungsfalle, Rollenklischees, Vorverurteilung oder Meuchelfotos. Das Motto lautet „Sache vs. Emotion“, eine Differenzierung ist wesentlich.

Nur wer proaktiv kommuniziert, trägt zu einer ausgewogenen Berichterstattung bei. Durch die dialogorientierte Nutzung von Social Media kann darüber hinaus Raum für Emotion geschaffen werden. Welche Strategie hier am besten verfolgt wird, muss im jeweiligen Fall individuell beurteilt werden. Oftmals bewährt es sich, kritische Themen selbst anzusprechen und somit die Themenführerschaft bei sich zu behalten. Auch der internen Kommunikation kommt eine besondere Rolle zu: Eine klare und rasche Information auf Basis der Fakten verhindert das Entstehen eines kommunikativen Vakuums, das in weiterer Folge jede Art von Interpretationsspielraum gewährt.

Im Zuge der kommunikativen Begleitung von Rechtsverfahren ist es wesentlich, unter allen Beteiligten die Botschaften inhaltlich, aber auch von der Tonalität und vom Timing her aufeinander abzustimmen. Dies gelingt nur, wenn Rechtsvertreter und PR-Berater auf Augenhöhe miteinander interagieren und sich im Sinne der Mandanten gegenseitig unterstützen. Oft sind in der Medienarbeit Hintergrundgespräche mit ausgewählten Journalisten besser geeignet als große Pressekonferenzen oder persönliche (und damit emotionale) Interviews. Anwälte können als Auskunftspersonen hinzugezogen oder auch als Sprecher eingesetzt werden, sofern sie über PR-Kenntnisse verfügen. Bewährt haben sich auch Gastkommentare von Rechtsexperten in Fachmedien.

Litigation Communications wird oftmals als die große Schwester der Krisenkommunikation bezeichnet. Und das zu Recht, wenn man den zeitlichen Horizont betrachtet! Die Phasen des Prozesses mit Ermittlungen, Verhandlungen, der Urteilsverkündung und oftmals dem darauffolgenden Instanzenweg dauern lang. Während der gesamten Zeit bleibt darüber hinaus nichts unbeobachtet oder unkommentiert: Aussagen, Mimik, Gestik, Kleidung, Gesamteindruck des Auftritts etc. Darauf muss man vorbereitet sein, und das erfordert von allen Beteiligten viel Disziplin. Darüber hinaus kann das Verfahren alle anderen kommunikativen Botschaften eines Unternehmens für den gesamten Verlauf überschatten, daher ist es notwendig, alle Kommunikationsmaßnahmen eng aufeinander abzustimmen.